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Graz-Sarajevo, 1996/2014
2014


Grafik: Mirko Maric

In Kooperation und Zusammenhang mit dem Projekt: „SKORA NISTA/SKORO NESTO“ von e.d gfrerer mit Zita Oberwalder und Mirko Maric

Ein Teil der künstlerischen „Produkte“ aus dem RHIZOM-Archiv wurden 1996 im Zuge einer Dekonstruktion wieder zu verwendbarem künstlerischen Material gemacht (Keilrahmen, Installationsbestandteile, Farben etc.) und an Kollegen/innen in Sarajevo geschickt. Die Pakete waren mit persönlichen Verweisstücken der RHIZOM-Künstler und je einer Einwegkamera versehen. Im Vermittlungstext wurden die Empfänger/innen gebeten, den Alltag im räumlichen und sozialen Umfeld abzulichten. Die belichteten Filme wurden nach Graz geschickt und hier entwickelt. Nachdem damals keine befriedigende Lösung gefunden wurde, ob oder wie diese Zeitdokumente aus dem ersten Jahr nach dem Krieg zu veröffentlichen sind, verschwanden die Fotos in den Tiefen unseres Archivs. 2013 sind sie wieder in unsere Erinnerung getreten. Die bosnischen Künstler werden erstmals nach 18 Jahren die entwickelten Fotos von 1996 zu sehen bekommen und entscheiden, ob sie privat bleiben oder öffentlich werden…

… was danach in Graz zu sehen sein wird, hängt von den Entwicklungen in Sarajevo ab.

3. / 4. Oktober 2014
ab 18 Uhr

Velika avlija (Novi Hram), Sarajewo

Beteiligte Künstler/innen:
Seid Hasanefendić, Dževad Hozo, Fikret Libovac, Nusret Pašić, Salim Obralić, Mustafa Skoplijak, Misrad Šehic
RHIZOM 1996: Christian Bachler, Leo Kreisel
RHIZOM 2014: Mirko Maric, Angelika Thon, H.J. Schubert, Leo Kreisel-Strausz

Mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Graz und der Kulturabteilung des Landes Steiermark


nach…
Graz-Sarajevo, 1996
eine Transformation


Auszug aus dem Brief an die Empfänger in Sarajevo (1996):
Die Idee zu dieser Aktion entstand durch den Kontakt zu Lalo Srkalovic, der im Rahmen der „9-Wochen Klausur“ diverse Hilfslieferungen nach Sarajevo organisiert hat. Uns war dabei wichtig, das anonyme Spender-Empängerverhältnis in eine Sender-Empänger-Sender-usw-schleife zu verwandeln. Wir haben zu diesem Zweck künstlerische Produkte von RHIZOM zerlegt, wieder zu verwendbarem künstlerischen Material gemacht (siehe auch die „Geschichte“ der Keilrahmen) und mit persönlichen Utensilien-Verweisstücken der beteiligten Künstler versehen. Weiters sind an diesen Teilen auch einfache Fotoapparate (mit je 24 Bildern bestückt) angebracht. Nun wollen wir Euch bitten einige Photos zu machen. Von euch, euren Freunden, ein Blick aus dem Fenster eures Ateliers, euren Arbeitsbedingungen, eurem Kühlschrank, dem Lieblingscafe usw., von allem was Euch (ohne viel nachzudenken) persönlich nahe ist. Die Photos sollen dann mit beigelegtem Kuvert (etwas Geld fürs Rückporto ist beigelegt) nach Graz geschickt werden, wo sie entwickelt werden…